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Der Eurovision Song Contest ESC – SG 319

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Der Eurovision Song Contest ESC – SG 319

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Slow German, der Podcast zum Deutsch lernen, mit Annie Grubens.

Kennst du den ESC?

Das ist die Abkürzung für Eurovision-Song-Contest.

Der ESC ist ein internationaler Musikwettbewerb.

Jedes Jahr schauen mehr als 160 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer,

die Show im Fernsehen oder im Internet.

Länder aus Europa und auch aus anderen Teilen der Welt nehmen Teil,

z.B. Australien.

Organisiert wird der Wettbewerb von der Europäischen Rundfunkunion

einem Zusammenschluss von öffentlich-rechtlichen Sändern.

In diesem Jahr feiert der ESC seinen 70. Geburtstag.

In der vergangenen Woche fand der Deutsche Vor-Entscheid statt.

Das bedeutet, dass in einer großen Show am Samstagabend 9 Lieder vorgestellt wurden.

Danach entschied sich die Jury für drei davon.

Und am Ende durften wir alle per Telefon abstimmen,

welcher Song in diesem Jahr für Deutschland antritt.

Der ESC findet diesmal am 16. Mai in Wien statt.

Ich mache an diesem Abend wie immer eine kleine Party bei uns zu Hause.

Wir schmücken das Wohnzimmer, schalten den Fernseher ein und alle Freundinnen und Freunde

bringen Essen aus dem Land mit, dass der Gastgeber ist.

Dieses Jahr ist es österreich, das wird also ziemlich einfach mit Schnitzel,

Kaiserschmarn und Melanche. Was das ist, musst du unbedingt im Internet nachschauen.

Kommen wir wie immer zur Geschichte. Der erste Eurovision-Song-Contest fand im Jahr

1956 statt. Damals trafen sich sieben Länder in der Schweizer Stadt Lugano.

Jedes Land schickte zwei Lieder ins Rennen. Gewonnen hat vor 70 Jahren die Schweiz.

Die Idee hinter dem Wettbewerb war Europa nach dem Zweiten Weltkrieg kulturell näher zusammen

zu bringen. Musik sollte helfen, Grenzen zu überwinden und ein Gefühl von Gemeinschaft zu schaffen.

Auch heute ist das Motto United by Music. Schon ein Jahr später 1957 war Deutschland

Gastgeber. Der Wettbewerb fand in Frankfurt am Mainstadt. Deutschland gehört zu den wenigen

Ländern, die fast jedes Jahr teilgenommen haben. Nur 1996 war Deutschland nicht im Finale,

weil das Lied in einer internen Vorauswahl nicht genug Punkte bekam. Seit dem Jahr 2000 gehört

Deutschland zu den sogenannten Big Five. Das sind die fünf Länder, die am meisten Geld zum Wettbewerb

beitragen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien. Diese Länder sind automatisch

für das Finale qualifiziert. Am Anfang war der Wettbewerb noch klein und ruhig. Die Sängerinnen

und Sänger standen meist einfach auf der Bühne und sangen ihre Lieder. Ich habe jetzt einige

Ausschnitte gesehen. Das war wirklich gar kein Vergleich mit heute. Mit der Zeit wurde die Show immer

größer. Heute gibt es aufwändige Bühnenbilder, Lichtshows und wilde Tänzerinnen und Tänzer. Seit

2004 gibt es halbfinale Shows, weil so viele Länder teilnehmen. Nur ein Teil der Länder kommt dann

ins große Finale am Samstagabend. Ein wichtiges Element des Wettbewerbs ist das punkte System. Seit

1975 vergibt jedes Land Punkte von 1 bis 8, dann 10 und 12 Punkte. Die 12 Punkte sind die höchste

Wertung. Früher entschied nur eine Jury. Heute gibt es meistens eine Kombination aus Jury und

Publikums-Woting. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können per Telefon, SMS oder App abstimmen. Ich

bin Wettbewerb bisher zweimal gewonnen. 1982 siegte Nicole mit dem Lied ein bisschen Frieden. Dieses

Lied war eine ruhige Ballade und passt gut in die politische Zeit des kalten Krieges. Der Sieg war

für viele Menschen in Deutschland sehr emotional. 1983 fand der Wettbewerb deshalb in München statt.

Der zweite Sieg kam 2010, die damals 19 jährige Lena gewann mit dem Lied Z-Leid. Der Wettbewerb

wurde 2011 in Düsseldorf ausgetragen. Auch dieser Sieg war für Deutschland etwas Besonderes,

weil er nach vielen weniger erfolgreichen Jahren kam. In den vergangenen Jahren hat Deutschland oft

schlecht abgeschnitten. Mehrmals landete das Land auf einem der letzten Plätze. Trotzdem

bleibt das Interesse am ESC groß. Viele Fans diskutieren jedes Jahr über die Lieder, die Punkte und

die Auftritte. In sozialen Medien ist der Wettbewerb ein großes Thema. Geht es hier wirklich um die

Qualität der Musik oder auch um die Beliebtheit des Landes? Das ist die große Frage und oft bekommen

die Länder auch von ihren Nachbarländern viele Punkte. In Deutschland war bis jetzt der Norddeutsche

Rundfunk kurz NDR für die Organisation zuständig. Dieses Jahr zum ersten Mal der SWR, der jeweilige

Sender weltaus wie der deutsche Beitrag bestimmt wird. Meistens gibt es einen sogenannten Vorentscheid.

Das ist eine Fernseh-Show in der mehrere Künstlerinnen und Künstler gegeneinander antreten.

Das Publikum und manchmal auch eine Jury entscheiden dann, wer Deutschland beim ESC vertreten darf.

Wie schon gesagt, war es diesmal eine Mischung aus Jury und Publikum. Gewonnen hat diesen Vorentscheid

Sarah Engels mit dem Song Feier. Sarah Engels kennen viele Menschen in Deutschland schon. Sie war

Teilnehmerin bei Deutschland sucht den Superstar, einer Casting-Show. Später war sie in vielen weiteren

ähnlichen Shows zu Gast. Das Lied ist ein Urworm, aber es ist nicht originell. Und mich persönlich

langweilen diese immergleichen Lieder, bei denen Frauen halb nackt und betont sexy tanzen. Wenn

du dir selber ein Bild machen möchtest, ich verlinke auf slowjerman.com alle Teilnehmer des

Vorentscheides. Hier kannst du sie auch im Video sehen. Der deutsche Vorentscheid hat sich im

Laufe der Jahre verändert. Manchmal wurden bekannte Stars eingeladen, manchmal eher neue Talente. Es gab

Jahre mit großen Shows und Jahre mit kleineren Formaten. Oft wird in Deutschland diskutiert, welche Art

von Lied die besten Chancen hat, ein Pop-Song, eine Ballade oder vielleicht etwas ganz ungewöhnliches.

Manche Fans wünschen sich mehr Mut und mehr Musik auf Deutsch. Andere glauben, dass englische

Texte international besser funktionieren. Als Moderatoren haben wir seit vielen Jahren Barbara

Schöneberger. Den richtigen ESC-Abend moderiert dann aber aus dem Of, also nur als Stimme, Torsten

Schorn. Über 20 Jahre war das der Job von Peter Urbain, einer Radioligende. Für Deutschlernende ist

der ESC auch sprachlich interessant, wenn Deutschland, Österreich oder die Schweiz ein Lied auf

Deutsch schicken. Dieses Jahr schickt Deutschland Sarah Engels mit dem englischen Feier. Die Schweiz schickt

Veronica Fuzaro. Und Österreich schickt den 19-jährigen Sänger Cosmo mit dem deutschsprachigen Song

Tanschein. Ich verlinke das Video. Für wen drückst du am 16. Mai die Daumen? Das war

Slow German, der Podcast zum Deutsch lernen. Mit Annik Rubens. Mehr gibt es auf www.slowgerman.com